Workshop zur Aufbereitung, Archivierung und Nachnutzung qualitativer Daten am 10.07.2015 in Hamburg

Am 10. Juli 2015 fand im Kreise der Schwerpunktprojekte ein Workshop zur Aufbereitung, Archivierung und Nachnutzung qualitativer Daten in Hamburg statt. In diesem Workshop wurden die Besonderheiten und Schwierigkeiten, die beim Management qualitativer Daten auftreten, thematisiert und diskutiert. Außerdem wurde der Frage nachgegangen inwiefern die Synthese der Daten und Ergebnisse aus qualitativen Projekten sinnvoll und möglich ist.

Das Thema Nachhaltigkeit von Forschungsdaten hat in den letzten Jahren einen enormen Bedeutungsanstieg erfahren. Förderpolitische Richtlinien wurden entsprechend verändert und stellen neue Bedingungen an den Umgang mit Forschungsdaten. So fordern die DFG und das BMBF Datenmanagement und die Datenweitergabe für zukünftige Sekundäranalysen in ihren Antragsbestimmungen ein und stellen Mittel für diese Zwecke bereit. Hieraus ergeben sich neue Anforderungen an - aber auch neue Möglichkeiten für - die wissenschaftliche Gemeinschaft.

Marius Gerecht und Alexia Meyermann vom Verbund Forschungsdaten Bildung gaben einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Forschungsdaten. Anschließend stellten sie die Angebote der nationalen Dateninfrastruktur und die vorhandenen Datenzentren mit ihren spezifischen Schwerpunkten vor. Die Themen Datendokumentation, Datensicherung und Datenschutz wurden mit Bezug auf qualitative Daten besprochen. Hier wurde insbesondere die Anonymisierung thematisiert, die bei qualitativen Daten nicht immer einfach zu realisieren ist. Anonymisierungsübungen sowie eine anschließende Diskussion der erforderlichen Anonymisierung und das Merkblatt „Hinweise zur Anonymisierung von qualitativen Daten“ waren hier hilfreich.

Am Nachmittag wurden die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Synthese qualitativer Daten exemplarisch mit der von Noblit & Hare etablierten Meta- Ethnography von Christina Huf (Universität Bremen) vorgestellt. In praktischen Übungen diskutierten die Projekte in Gruppen, ob für sie eine Synthese oder Nachnutzung der jeweiligen Daten einen Mehrwert erbringen würde.

Wir danken den Referet(inn)en und Teilnehmer(inn)en für die intensiven Diskussionen und interessanten Anregungen.

Literaturhinweis: Erfahrungsbericht mit einer qualitativen Sekundäranalyse von Libby Bishop (UK)

 

(06.05.2015, ah)