Praxistagung KoMBi/ LaKI am 20. und 21.09.2016 in NRW

Am 20. und 21.09.2016 fand die von KoMBi und LaKI (landesweite Koordinierungsstelle der kommunalen Integrationszentren NRW) gemeinsam veranstaltete Praxistagung „Mehrsprachigkeit als Bildungsressource“ in Kamen/NRW statt. 

Ziel der Tagung war die Verbreitung neuer Forschungsergebnisse aus dem Bereich Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung in die Praxis sowie die Darstellung von best-practise Projekten zur Sprachbildung. Dabei sollten die Potentiale von Mehrsprachigkeit als Bildungsressource aufgedeckt und diskutiert werden. Dieses Ziel konnte durch Vorträge und in Workshops der Wissenschaftler des Forschungsschwerpunktes „Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung“ und MitarbeiterInnen der LaKI verfolgt werden. In verschiedenen Workshops wurden u.a. die folgenden Themen adressiert:

  • Umgang mit sprachlicher Vielfalt und Mehrsprachigkeit in Kitas
  • Nutzung von Mehrsprachigkeit als Bestandteil der Schulentwicklung
  • Wechselwirkungen von Schreibkompetenzen in Erst- und Zweitsprache
  • Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf das Lernern von Fremdsprachen
  • Verknüpfung von Herkunftssprachenunterricht und Fachunterricht in Bezug auf Textsorten in den Fächern Physik und Geschichte
  • Bedarfsbereiche für eine gezielte Förderung von Herkunftssprachen 
  • Mehrsprachige Lernprozesse im Mathematikunterricht 

Weiterhin wurden die Praxisprojekte „Sprachsensible Schulentwicklung“ für die Sekundarstufe I, „Digital Story Telling“ und „Rucksack Schule“ vorgestellt und reflektiert.  In den verschiedenen Praxisprojekten geht es darum, die lebensweltliche Mehrsprachigkeit der Schülerschaft sichtbar zu machen und in Unterricht, Schule und im Elternhaus als wertvolle Ressource zu nutzen. Die hier vorgestellten Materialien können konkret von Schulen genutzt werden. Außerdem gab es in zwei Workshops die Möglichkeit Hintergründe zum herkunftssprachlichen Unterricht kennen zu lernen und dafür eigens entwickelte Materialien zu sichten.

Die Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, bezeichnete in ihrem Grußwort Vielfalt und Mehrsprachigkeit als Realität, die wir versuchen sollten produktiv für unsere Gesellschaft zu nutzen.  In einem einleitenden Vortrag zur Tagung zeichnete Prof. Dr. Hans-Joachim Roth von der Universität zu Köln ein Bild der Situation von Mehrsprachigkeit in NRW und stellte das von Wissenschaft, Politik und Praxis entwickelte Positionspapier zum Thema „Mehrsprachigkeit als Bildungsziel in NRW“ vor. Prof. Dr. Brigitta Busch von der Universität Wien fasste in ihrem Schlusskommentar die Praxistagung als gelungenen Versuch zusammen den Austausch von Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Bildungspraxis zu stärken.

 

Das ausführliche Programm der Tagung finden Sie hier.

(20.09.2016, ah)