Dissemination eines Professionalisierungs- und Schulentwicklungskonzepts in Zeiten der Neuzuwanderung (MIKS II)

Projektvorstellung

Im Folgeprojekt MIKS II (2016-2019) wird das in MIKS I entwickelte Professionalisierungs- und Schulentwicklungskonzept an die Situation von Grundschulen mit hohen Anteilen neu zugewanderter Kinder angepasst und durch eine Multiplikatorenschulung (Fortbildung von Fortbildner_innen) in die Breite getragen.

Das Team der Universität Hamburg vermittelt das MIKS-Konzept insgesamt 13 Multiplikator_innen im Rahmen einer Schulung. Die Multiplikator_innen setzen das MIKS-Konzept dann im Rahmen einer Qualifizierung in den Projektschulen um. Je nach Größe und Möglichkeiten der Projektschule wird entweder das ganze Kollegium oder eine Konzeptgruppe aus dem Kollegium qualifiziert. Schulung und Qualifizierung finden über einen Zeitraum von anderthalb Jahren statt und umfassen sowohl inhaltliche Fortbildungstage als auch Reflexionstage.

Beteiligt sind 18 Projektschulen in Nordrhein-Westfalen, und es besteht eine Kooperation mit der Landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren (LaKI).

Wie und was wird untersucht

Die Intervention in MIKS II umfasst zwei Ebenen: (1) die Ebene der Multiplikatorenschulung (Professionalisierung von Fortbildner_innen), (2) die Schulebene (Qualifizierungen in den Projektschulen, in denen die Multiplikator_innen tätig sind).

Die übergreifende Fragestellung lautet: Wie können Fortbildner_innen in Zeiten der gestiegenen Neuzuwanderung erfolgreich dabei unterstützt werden, das MIKS-Professionalisierungs- und Schulentwicklungskonzept  umzusetzen?

Wissenschaftlich untersucht werden die Professionalisierung der Mulitplikator_innen sowie die Prozesse und Wirkungen in den Projektschulen. Die Untersuchung der Multiplikatorenschulung erfolgt anhand von Fragebogenerhebung und Gruppeninterviews mit allen Mulitplikator_innen. Alle Schulungen werden protokolliert. In den Projektschulen werden Fragebogenerhebungen vor Beginn und nach Abschluss der Qualifizierung durchgeführt; befragt werden auch Vergleichsschulen. Die Schulleitungen aller Projektschulen werden vor Beginn und nach Abschluss der Qualifizierung interviewt. Vier der 18 Projektschulen sind Fokusschulen, in denen darüber hinaus Lehrkräfte interviewt und die Qualifizierungstage sowie Unterricht teilnehmend beobachtet werden.

Geplante Ergebnisse

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung werden Aufschluss geben über

  • Qualitätsmerkmale einer Multiplikatorenschulung für Fortbildner_innen und Schulbegleiter_innen im Handlungsfeld Mehrsprachigkeit;
  • Prozesse der Professionalisierung und Schulentwicklung in Grundschulen, die das MIKS-Konzept umsetzen;
  • Erfahrungen mit mehrsprachigkeitsdidaktischen Ansätzen in Grundschulen mit hohen Anteilen neu zugewanderter Kinder.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist ein produktiver Umgang mit Mehrsprachigkeit als Bestandteil migrationssensibler Schulentwicklung ein bildungspolitisches Ziel. Im MIKS II-Projekt werden Multiplikator_innen ausgebildet, die das MIKS-Konzept auch im Anschluss an die Projektlaufzeit in Schulen umsetzen werden. Das MIKS-Konzept ist Teil des regulären Fortbildungs- und Schulentwicklungsprogramms im Land NRW. Darüber hinaus ist in Zukunft eine Übertragung in weitere Bundesländer möglich. Das MIKS-Konzept für Professionalisierung und Schulentwicklung kann außerdem an eine Umsetzung in weiterführenden Schulformen angepasst werden.