Nationale Konferenz

Jahrestagung der Kommission Interkulturelle Bildung (KIB) in der Sektion Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft (SIIVE) zum Thema: Flucht und Bildung: Anfragen an die Erziehungswissenschaft

Kurzbeschreibung

Die Jahrestagung der Kommission Interkulturelle Bildung (KIB) in der Sektion Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft (SIIVE) am 21. und 22. Februar 2017 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg möchte zu einer kommissionsübergreifenden Auseinandersetzung und Verständigung darüber einladen, welchen Beitrag erziehungswissenschaftliche Forschung bisher – theoretisch und empirisch – zum Thema Flucht und Bildung leistet und welchen Beitrag sie zukünftig leisten sollte. In diesem Zusammenhang sind u.a. folgende Fragen relevant, die beleuchtet werden können:


· Welche Thematisierungen/Problembeschreibungen finden sich zum Themenkomplex Flucht auf der Ebene von Bildungspolitik, Bildungsinstitutionen, Bildungskonzepten und inwiefern sowie mit welchen theoretischen wie empirischen Zugängen macht die Erziehungswissenschaft dies zum Gegenstand systematischer Analysen?
· Welche Folgen haben aktuelle pädagogische Reaktionen auf Flucht innerhalb der Bildungsinstitutionen und der lokalen Bildungs- und Ausbildungssysteme in Hinblick auf die Ermöglichung oder Verhinderung von Bildungsteilhabe?
· Unter einer globalen und international-vergleichenden Perspektive kann gefragt werden, wie in unterschiedlichen national organisierten Bildungssystemen und im Kontext globaler Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse mit dem Phänomen Flucht umgegangen wird?
· Worin bestehen die Anforderungen an eine Bildungspolitik und die Organisation von Bildung, die transnationale (Flucht-)Migration und Biographien sowie globale und transnationale Ungleichheitsverhältnisse und Migrationsregime systematisch berücksichtigt?
· Inwiefern werden diese Verhältnisse für die erziehungswissenschaftliche Untersuchung von individuellen Bildungsprozessen relevant und inwiefern liefert die Analyse von Bildungsbiographien Hinweise auf solche globalen und gesellschaftlichen Verhältnisse sowie auf Bildungsmöglichkeiten und -beschränkungen von geflüchteten Personen?
· Wie lässt sich der Zusammenhang von Flucht und globalen Ungleichheitsverhältnissen zum ‚allgemeinen‘ Bildungsgegenstand machen? (vgl. etwa den ‚Aufruf für solidarische Bildung in der Migrationsgesellschaft‘). Wie kann sich dies im Bereich der Hochschulen bzw. der Lehre, der politischen Bildungsarbeit, in non-formalen und informellen Bildungskontexten, in sozialpädagogischen, politischen und zivilgesellschaftlichen Projekten usw. gestalten? Welche Herausforderungen und Widersprüche zeigen sich dabei?
· Mit welchen methodologischen und forschungsethischen Herausforderungen und Anforderungen muss sich die Forschung zum Thema Flucht auseinandersetzen?
· Mit welchen expliziten oder impliziten rechtlichen, migrationssoziologischen oder diskursiven Unterscheidungen arbeitet die erziehungswissenschaftliche Forschung? Ist die Konstitution eines eigenständigen Gegenstandsbereiches ‚Flucht und Bildung‘ überhaupt sinnvoll und wie lässt sich dies begründen? Wie reflektiert die Forschung zu Geflüchteten ihre Kategorien?
· Wie lässt sich eine essentialisierende und viktimisierende Perspektive auf Geflüchtete und eine erneute ‚Zielgruppenorientierung‘ sowohl auf der Ebene der pädagogischen Praxis als auch auf der Ebene der Wissenschaft vermeiden?
· Wie kann aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive mit der politischen Überformung des Themas Flucht insgesamt umgegangen werden: z. B. auf der Ebene der Wissensproduktion (etwa der Unterscheidung zwischen Fluchtmigration und ‚Armutsmigration‘); auf der Ebene politischer Regulierungen und Restriktionen; auf der Ebene zivilgesellschaftlichen Engagements sowie angesichts rassistischer Artikulationen und gewaltvoller Übergriffe im öffentlichen Raum

Anmeldeinformationen

Die Tagung möchte dazu anregen, sich mit diesen und weiteren Fragen auseinander zu setzen. Es sind alle Beiträge willkommen, die sich mit aktuellen theoretischen, empirischen und methodologischen Aspekten des Tagungsthemas „Flucht und Bildung“ befassen. Wir laden dazu ein, Themenvorschläge für Einzelbeiträge (Vortrag) sowie für thematisch gebündelte Panels (mit max. drei Beiträgen) einzureichen. Dazu bitten wir Wissenschaftler_innen aller Qualifikationsstufen und verschiedener Disziplinen sowie aus unterschiedlichen Bereichen der Erziehungswissenschaft um die Einreichung von Vorschlägen für 20-minütige Beiträge (+ 10 Min. Diskussion) in Form von Abstracts im Umfang von max. 500 Wörtern.
Bitte senden Sie Ihren Beitrag bis zum 15. November 2016 an folgende Adresse: kib.tagung.2017@siive.de.