Nationale Konferenz

„Flucht und Asyl: Deutschland und Europa zwischen Willkommenskultur und Ablehnung“ Tagung für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Kurzbeschreibung

Im Jahr 2015 migrierten insgesamt rund 1,14 Millionen Menschen nach Deutschland, der Großteil davon waren Geflüchtete. Allein von Januar bis Mai 2016 stellten 288.000 Menschen einen Antrag auf Asyl. Diese Zuwanderung ist für Deutschland sowohl eine große Chance als auch eine große Herausforderung. Einerseits treffen Geflüchtete und Asylsuchende nach wie vor auf Solidarität und Unterstützung von zahlreichen Menschen, Initiativen und Institutionen. Andererseits reagieren viele Einwohner mit Angst, Ablehnung und offenem Rassismus auf die Zuwanderung. Kaum ein Thema polarisiert die politische Diskussion in Deutschland zurzeit so sehr wie die Flüchtlingsfrage. Angesichts dessen fällt es nicht immer leicht,  sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und die neuen Herausforderungen zu beurteilen. Wer kommt überhaupt nach Deutschland? Auf welchen Routen kommen Migrantinnen und Migranten nach Deutschland und von wem wurden die Menschen auf ihrem Weg unterstützt? Wie reagieren unterschiedliche staatliche, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure auf der Ebene des Bundes, der Länder und Kommunen auf die neuen Herausforderungen? Wie nehmen Geflüchtete ihre Situation in Deutschland wahr und wie beurteilen sie die politischen Diskussionen in unserem Land? Und wie wirkt sich die neue Situation auf die politische Kultur und die Parteienlandschaft Deutschlands aus? Wie kann die Integration der Geflüchteten in das Bildungssystem, in den Wohnungs-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt am Ende gelingen? Wie ist es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt bestellt?

Fluchtbewegungen stellen nicht nur für Deutschland, sondern auch für die gesamte Europäische Union eine Herausforderung dar. Die Kontrolle der Außen- und Binnengrenzen, die Bewegungsfreiheit innerhalb der Union und die Kooperation mit Drittstaaten, die Aufnahme von Geflüchteten und die Aufteilung  der entstehenden Kosten, letztendlich das Ringen um das Funktionieren des gesamten Migrations- und Asylsystems der Europäischen Union dominiert die Brüsseler Verhandlungen der letzten Monate. Wie steht es um das Spannungsverhältnis von nationalstaatlichen Interessen und rechtspopulistischen Strömungen auf der einen Seite und einer gesamteuropäischen und solidarischen Lastenteilung auf der anderen Seite? Wie kommen nationalstaatliche und gemeinschaftliche Positionen zu Stande und wie können sie erklärt werden? Welche Lösungsansätze sind auf EU-Ebene und auf globaler Ebene möglich? Welche Rolle spielen Drittstaaten und inwiefern kommt es zu Kooperationen? Und welche Folgen hat  Flucht für die Herkunftsländer?

Der Arbeitskreis Migrationspolitik in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) nimmt diese offenen Fragen zum Anlass, die aktuelle Flüchtlingssituation und Asylpolitik in Deutschland, Europa und weltweit im Rahmen einer Tagung für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf den Prüfstand zu stellen. Junge Expertinnen und Experten, die sich wissenschaftlich mit den Themen Migration, Flucht und Asyl beschäftigen und gerade dabei sind, ihre Examens-, Bachelor-, Master-, Magister- und  Doktorarbeiten zu verfassen, sind aufgerufen, ihre Ergebnisse auf der Tagung einem breiten Fachpublikum vorzustellen und zu diskutieren. 

Anmeldeinformationen

Die Tagung ist interdisziplinär angelegt. Wir freuen uns daher auf Beiträge unterschiedlicher Disziplinen wie Politikwissenschaft, Soziologie, Geographie, Anthropologie, Psychologie, Pädagogik, Recht und Wirtschaft usw. Die Tagung wird vom Arbeitskreis „Migrationspolitik“ in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales  des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS), dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster und dem Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt. Tagungsort ist die Akademie Franz Hitze Haus in Münster.